Die AG Arzneimittelversorgung strategisch
Leitungsteam: Susanne Eble, Dr. Peter Wigge
Die Arbeitsgruppe arbeitet zurzeit an einem Modell zur qualitätsorientierten Arzneimittelversorgung. Hintergrund: Die Arzneimittelversorgung ist seit Jahren das Ziel immer häufiger werdender gesetzlicher Eingriffe. Trotzdem ist es nicht nachhaltig gelungen, die angestrebten Qualitäts- und Kostenziele zu erreichen. Die Ausgangslage ist höchst differenziert und zum Teil gekennzeichnet durch eine schwierige Interessenlage. Diese unter¬schiedlichen Interessen gilt es unter einen Hut zu bekommen.
Die Ärzte beklagen eine zunehmende Einschränkung ihrer Therapiefreiheit bei steigendem Verwaltungsaufwand. Gleich¬zeitig kritisieren die Kassen und Versicherungen steigende Arzneimittelkosten und unwirtschaftliche Verordnungsweise. Die vor allem auch emotionalen Auswirkungen auf die Patienten sind deutlich sichtbar. Sie sehen sich einer schleichenden Rationierung ausgesetzt. Auch an dieser Stelle macht das Wort von der „Zwei-Klassen-Medizin“ die Runde. Die Arzneimittelhersteller fühlen sich mit jedem neuen Reform¬schritt mehr und mehr eingeschränkt und gegängelt. Sie beklagen fehlende Planungssicherheit, immer höhere und komplexere Hürden für die Einführung von Innovationen und der kontinuierlichen Einforderung von Sonderopfern.
Diese Analyse ist alles andere als aus der Luft gegriffen. Experten attestieren eine Überregulierung, die die Wachstums¬potentiale der Gesundheitswirtschaft begrenzt und gleichzeitig das Problem von Unter-, Über- und Fehlversorgung nicht löst. In dieser Situation stellt sich die Frage nach notwendigen Ordnungsstrukturen und Steuerungsmechanismen, die eine qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung nachhaltig auch in Zukunft ermöglichen. Dieser Aufgabe hat sich die Arbeitsgruppe „Arzneimittelversorgung strategisch“ verschrieben.
Weitgehende Einigkeit besteht bei poli¬tischen Entscheidern und Teilnehmern im Gesundheitssystem, dass mehr Wettbewerb in der Gesundheitsversorgung und auch im Arzneimittelbereich wünschenswert ist. Wenig klar ist jedoch, was unter Wettbewerb zu verstehen ist und wie er in der Praxis umgesetzt werden soll. Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund.
Der Arzneimittelmarkt unterliegt einigen Besonderheiten. Als Beispiel sei an dieser Stelle nur die andere Nachfragesituation erwähnt. Arzneimittel werden selten frei¬willig nachgefragt und aufgrund mangelnden medizinischen Fachwissens trifft der Kunde Patient keine eigene Auswahl, sondern verlässt sich auf die Expertise seines Arztes. Daraus ergibt sich zwangsläufig die Frage unter welchen Bedingungen und regeln ein Wettbewerb entstehen kann, der den Namen auch verdient. Das betrifft die Kosten- und Nutzenbewertung genauso wie die Preisfindung. Ebenso die unterschiedlichen Rechts- und Geschäfts¬formen der Akteure bedürfen einer besonderen Berücksichtigung.
Aus diesen Besonderheiten ergeben sich die Kernelemente des auszuarbeitenden Lösungsvorschlags. Das Modell befindet sich sozusagen auf der Zielgeraden. Sobald das Modell präsentationsreif ist, soll dieses auf einer der BMC-Fachtagungen vorgestellt werden, um mit BMC-Mitgliedern die Gedanken und Ansätze, die dem Modell zugrunde liegen, zu diskutieren.



