INSIGHT Health-Studie: Homöopathika für GKV-Ausgaben kaum relevant

 


Dienstag, 27. Juli 2010

Die Gesetzlichen Krankenversicherungen trugen im Jahr 2009 nur 4,7 % des Umsatzes Homöopathischer Arzneimittel. Das geht aus einer Untersuchung des Informationsdienstleisters INSIGHT Health hervor. Den bei weitem größten Anteil homöopathischer Arzneimittel verkauften die Apotheken laut Insight Health „over the counter“ (OTC, über die Ladentheke), also direkt an die Apothekenkundschaft und ohne ärztliches Rezept. INSIGHT Health ist Mitglied im BMC und gehört zu den führenden Informationsdienstleistern im Gesundheitsmarkt mit einem breiten Portfolio datenbasierter Services zur Markt- und Versorgungsforschung.

 

Homöopathische Arzneimittel bilden typischen OTC-Markt mit Apotheken-Schwerpunkten

Homöopathische Arzneimittel sind nicht verschreibungspflichtige, frei verkäufliche Arzneimittel, die für erwachsene Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in der Regel nicht erstattungsfähig sind. Von den 48,5 Millionen insgesamt im Jahr 2009 verkauften Packungen entfiel daher mit  2,5 Millionen nur ein kleiner Anteil auf die GKV. Den bei weitem größten Anteil  verkauften die Apotheken mit 38,1 Millionen Packungen „over the counter“  (OTC, über die Ladentheke), also direkt an die Apothekenkundschaft und ohne  ärztliches Rezept. Für die private Krankenversicherung (PKV) waren es 7,8 Millionen Packungen. Berechnet zu Abgabepreisen der pharmazeutischen Unternehmer (ApU) lag die Selbstmedikation bei 75,0 Prozent des Hersteller-Umsatzes mit Homöopathika (171,9 von 229,1 Millionen Euro). Nur 4,7 Prozent des Umsatzes (10,9 Millionen Euro) gingen auf das „Konto“ der GKV. 20,2 Prozent (46,4 Millionen Euro) gingen zu Lasten der PKV (Quelle: Insight Health). Somit spielt der Umsatz über GKV-Verordnungen nur eine untergeordnete Rolle, der Markt für homöopathische Arzneimittel ist ein typischer OTC-Markt.

Wie eine auf Basis des Apothekenpanels von Insight Health durchgeführte Konzentrationsanalyse zeigt, verteilen sich die Umsätze mit Homöopathika sehr heterogen auf die einzelnen Apotheken: So vereinen bereits 20 Prozent der Apotheken 45 Prozent des – auf Basis des realen Apothekenverkaufspreises gemessenen - Umsatzes auf sich, die umsatzstärksten 50 Prozent repräsentieren bereits knapp 80 Prozent des Umsatzvolumens im Homöopathiemarkt. Der Markt ist gekennzeichnet von einem sehr unterschiedlichen Einkaufsverhalten der Apotheken, das sich in einem entsprechend verteilten Verbraucherverhalten in der Selbstmedikation widerspiegelt.

Analysen solcher heterogen strukturierter Märkte wie dem für homöopathische Arzneimittel bedürfen einer sorgfältigen Segmentierung des Marktes, wie sie typischerweise bei einem sogenannten Apothekenmarkt-Targeting durchgeführt wird. Durch genaue Kenntnis der Zielgruppen lassen sich Versorgungs- und Verbrauchsschwerpunkte identifizieren, die von entscheidender Bedeutung für die Vertriebsaktivitäten von Unternehmen sind. Zu diesem Zweck nutzt Insight Health neben seinem Panel von 3.000 berichtenden Apotheken auch eine vollständige Erhebung der Distributionsdaten des pharmazeutischen Großhandels, die auf 3.763 regionalen Zellen – der feinsten im Markt verfügbaren Struktur – erfasst werden.


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