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„Aus der Krankenversorgung eine echte Gesundheitsversorgung machen“

BMC-Pressemitteilung vom 31.05.2017

Minister Manne Lucha als Gast beim Hintergrundgespräch des Bundesverbands Managed Care

Stuttgart, 31. Mai 2017 – Kommunen und Städte bei der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung mehr in die Verantwortung nehmen – das ist der Ansatz des baden-württembergischen Gesundheitsministers Manne Lucha. Gemeinsam mit rund 100 Vertretern aus dem Gesundheitswesen diskutierte Lucha am Dienstag in der BARMER Landesvertretung in Stuttgart auf Einladung des Bundesverbands Managed Care darüber, wie Kommunen die Gesundheitsversorgung gestalten können.

Schon jetzt leisten Kommunen und Landkreise in der Gesundheitsversorgung wichtige Beiträge. Beispiele dafür finden sich in der Bereitstellung von Infrastruktur, der Versorgung durch örtliche Krankenhäuser oder dem öffentlichen Gesundheitsdienst. Um künftig eine bedarfsgerechte und regional verankerte Versorgung sicherzustellen, sollten Kommunen die Möglichkeit erhalten, mithilfe eines Initiativrechtes zur Gründung von Gesundheitsversorgungsregionen das „Versorgungs-Zepter“ selbst in die Hand zu nehmen. „Mit der Stärkung der Kommunen als Versorgungsgestalter erhoffen wir uns, den Weg zu einer bedarfsgerechten Versorgung zu ebnen, die sich vom althergebrachten Silodenken verabschiedet. Nur mit innovativen Konzepten und der Einbindung aller an der Versorgung beteiligten Player, können die Herausforderungen der Zukunft im Sinne der Patienten angegangen werden. Aus der Krankenversorgung muss eine echte Gesundheitsversorgung werden.“, so Professor Dr. Volker Amelung, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Managed Care.

Damit aus Worten Taten werden, gibt es in Baden-Württemberg seit 2011 „Kommunale Gesundheitskonferenzen“. Für deren Planung und Ausrichtung stellt das Land den Stadt- und Landkreisen seit diesem Jahr zwei Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Ziel der Konferenzen ist es, die Patienten schon frühzeitig in die Gesundheitsversorgung einzubinden und sie in Kontakt mit regionalen Vertretern des Gesundheitswesens zu bringen. Die Kommunen sollen daraus den Versorgungsbedarf analysieren, regionale Ziele stecken und Strategien zur Zielerreichung entwickeln.

„Für die Gesundheitsversorgung von morgen ist eine gute Vernetzung und Koordination aller beteiligten Akteure unerlässlich. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Grundversorgung zu sichern und eine flächendeckende ambulante Versorgung insbesondere auch im ländlichen Raum sicherzustellen. Wir setzen als Land bereits wichtige Impulse für eine sektorenübergreifende Versorgung, die sich an den Patientinnen und Patienten orientiert und die kommunal und regional mitgestaltet wird. Dafür brauchen wir auch auf Bundesebene gute Rahmenbedingungen“, so Minister Lucha.

Eine bessere Zusammenarbeit von Kliniken und niedergelassenen Ärzten fordert BARMER Landesgeschäftsführer Winfried Plötze. Im eigenen Interesse sollten die Kommunen ihren Einfluss geltend machen und beide Sektoren zu Kooperationen auffordern. Zudem rät er Städten und Gemeinden, sich jetzt mit demografischem Wandel und Pflegebedürftigkeit auseinanderzusetzen. “Laut unseren Hochrechnungen wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg bis 2030 um etwa 31 Prozent steigen. Die Kommunen müssen jetzt darauf reagieren und den Lebensraum so gestalten, dass die Älteren so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und das Leben dort mitgestalten können. Und es muss Konzepte für die Versorgung von Pflegebedürftigen geben, vor allem mit Blick auf die Tatsache, dass die Pflege durch Angehörige immer seltener gewährleistet werden kann.“ Plötze schlägt Land und Kommunen einen Austausch mit den Pflegekassen vor, um den Bedarf vor Ort regelmäßig ermitteln und passgenaue Angebote erarbeiten zu können. In diesem Zusammenhang lobt Plötze die Strategie „Quartier 2020“ der baden-württembergischen Regierung zur Quartiersentwicklung.

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„Mannschaftsleistung Gesundheit“ – Gröhe eröffnet BMC-Kongress!

Berlin, 26. Jan 2017 – Gesundheitsinformationen verständlich aufbereiten, Fehlanreize im Gesundheitswesen abbauen und Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe stärken – in diesen Forderungen sind sich Gesundheitsminister Hermann Gröhe, Arzt und Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN Dr. Eckart von Hirschhausen und Prof. Dr. Volker Amelung, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Managed Care e.V. (BMC), im Eröffnungsplenum des diesjährigen BMC-Jahreskongresses einig.

„Üb025.-wp-BMC.17-1er 54 % der Deutschen sind nicht in der Lage, Informationen der Ärzte und Apotheker zu verstehen“, betont Hermann Gröhe gleich zu Beginn seiner Eröffnungsrede und fordert daher, dass auch Fähigkeiten jenseits des konkreten medizinischen Fachwissens in den Gesundheitsberufen eine Rolle spielen müssen, wie z.B. mehr Verständlichkeit im Arzt-Patienten-Gespräch. Spezialisierung dürfe nicht dazu führen, dass der Patient im Behandlungsverlauf aus den Augen verloren werde, denn medizinische Behandlung sei immer „Mannschaftsleistung statt Einzelleistung“. Um die Vernetzung zwischen den verschiedenen Versorgungsbereichen zu fördern, seien neue Gesetze auf den Weg gebracht worden. Zudem werden über den Innovationsfonds zukunftsweisende Projekte gefördert, mit denen sektorübergreifende Versorgungformen zur Verbesserung der Patientenversorgung erprobt werden.

Von Hirschhausen und Amelung genügt dies noch nicht. „Making the healthier choice the easier choice“ – dies sollte Ziel im deutschen Gesundheitswesen sein, so Hirschhausen. Managed Care klingt gut, aber was bedeutet das eigentlich? „Wir müssen anfangen, uns auch unbequeme Fragen zu stellen: Wer managed Wissen? Wer managed Vertrauen? Wer managed Motivation?“ Geringe Gesundheitskompetenz gehe auch immer einher mit geringerer Lebenserwartung und diejenigen, die Information und Vorsorge am wenigsten in Anspruch nähmen, benötigten solche am dringendsten. Aber gerade das Vertrauen in die Arzt-Patienten-Beziehung sei vielfach durch wirtschaftliche Interessen der Leistungserbringer gestört. „Zwei Grundsätze der Medizin-Ethik werden durch die Vergütungssysteme mit Füßen getreten: Erstens sollen wir Ärzte mehr nutzen als schaden und zweitens ist das System kein Selbstbedienungsladen, sondern das Wohl des Kranken ist seit der Antike das höchste Gesetz“, so von Hirschhausen. „Die Kunst der Medizin ist, soviel NICHT zu tun, wie möglich“.

Genau für dieses Ziel setzt sich der BMC entschieden ein: Bereits in seinen jüngst veröffentlichten gesundheitspolitischen Impulsen zur Bundestagswahl 2017 hat der Gesundheitsverband detaillierte Forderungen aufgestellt. Amelung fasst diese zusammen: „Fehlanreize abbauen, Transparenz und Verfügungsgewalt über Daten in Patientenhand legen, gemeinsame Ausbildungsmodelle schaffen, die Krankenkassen zur Transparenz über ihre Ergebnisse verpflichten und einen Fast-Track-Zugang für digitale Innovationen schaffen“.

Schließlich sind sich Gröhe, von Hirschhausen und Amelung einig: „Wir haben einiges im Gesundheitswesen erreicht, aber es gibt noch viel zu tun“. Und genau deshalb bietet der BMC in diesen zwei Tagen wieder Diskussionsplattform, Denkanstoß und Netzwerk gleichermaßen und stellt dabei wieder einmal – ganz im Sinne von v. Hirschhausen – fest: „Die unbequemen Fragen sind die spannendsten!“

Alle Informationen finden Sie auf unserer Kongress-Website unter www.bmckongress.de.

BMC-Kongress 2017 Datum/Zeit: 24.01.2017 9.30 Uhr – 25.01.2017 17.00 Uhr Ort: Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstr. 58/59, 10117 Berlin www.bmckongress.de

BMC-Kongress 2017 ausgebucht!

Der Jahreskongress des Bundesverbands Managed Care (BMC) ist mit über 550 Anmeldungen bereits sechs Wochen im Voraus ausgebucht. Anlässlich des 20-jährigen Verbandsjubiläums lädt der BMC unter dem Titel „Versorgung gestalten“ am 24./25. Januar 2017 nach Berlin ein.

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EuGH verwirft Rx-Boni-Verbot: Ist der Apotheker der eigentliche Gewinnner?

Berlin, den 10. November 2016 – Der EuGH hat mit seinem Urteil vom 19. Oktober 2016 entschieden, dass ausländische Arzneimittelhändler nicht an die deutschen Apothekenabgabepreise gebunden sind. Damit öffnet sich die Tür für den Arzneimittel-Versandhandel und möglicherweise eine flexiblere Preisgestaltung in der deutschen Apothekenlandschaft. Diese Entscheidung ist im Sinne der Patienten, sie  bietet aber auch erhebliche Chancen für Apotheker, ihr Berufsbild weiterzuentwickeln und stärker in der Versorgungskette der Patienten mitzuwirken.

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