Arbeitsgruppe Prävention und betriebliches Gesundheitsmanagement

Die Arbeitsgruppe beleuchtet die Rahmenbedingungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement und begleitet die Entwicklungen rund um das Präventionsgesetz.

Sie hat sich insbesondere mit der Rollenverteilung der Sozialversicherungsträger und der weiteren Akteure in den Bereichen BGM und Prävention auseinandergesetzt. Darüber hinaus bildet der Aspekt der Qualitätssicherung für BGM-Angebote einen Schwerpunkt der AG.


Die AG wird geleitet von:

Dr. Karsten Neumann

Geschäftsführer,
IGES Institut GmbH

Dr. Tanja Hantke

Stabsbereich Medizin,
Die Schwenninger Krankenkasse


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Ergebnispapier 2015
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Bericht zur Arbeitsgruppe aus dem Geschäftsbericht 2015

Die AG Prävention und Betriebliches Gesundheitsmanagement erweiterte in diesem Jahr den Blick auf andere Settings und diskutierte erstmals auf dem BMC-Kongress 2015 das Thema Prävention in sozial schwachen Wohngebieten. Im weiteren Jahresverlauf lag der Schwerpunkt auf dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Unter dem Titel „Prävention und Versorgung an sozialen Brennpunkten – am Beispiel von Berlin Marzahn-Hellersdorf“ erörterten Vertreter aus Politik, aus der Präventionspraxis und von den Kostenträgern auf dem BMC-Kongress 2015, wie Präventionsangebote an sozialen Brennpunkten gestaltet sein sollten, um Menschen direkt in ihrem Lebensumfeld zu erreichen und eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Das Modellvorhaben „Präventionskette Marzahn-Hellersdorf“ stellte seine Ergebnisse vor und zog Bilanz: Prävention sei eine kluge Investition, sofern die Angebote aufeinander abgestimmt sind und das soziale bzw. familiäre Umfeld der Zielgruppen berücksichtigt wird. Auch die Vertreter der Politik und der Kostenträger verdeutlichten, wie wichtig die Vernetzung innerhalb der Präventionskette sei und welchen Einfluss das soziale Umfeld und der Wohnort dabei haben.

Qualitätssicherung für BGM-Angebote – Welche Chancen bietet das PrävG?

Im weiteren Jahresverlauf lag der Schwerpunkt beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Mit dem Präventionsgesetz (PrävG), das im Juni 2015 vom Bundestag verabschiedet wurde, beabsichtigt die Politik eine Stärkung präventiver Aktivitäten – auch im betrieblichen Setting. Aus diesem Anlass lud die AG am 3. März – also noch vor Verabschiedung des Gesetzes – zu dem Workshop „Qualitätssicherung für BGM-Angebote – Welche Chancen bietet das PrävG?“ ein. Dort diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bundesministerium für Gesundheit, dem GKV-Spitzenverband, dem Verband der Ersatzkassen, dem Team Gesundheit und der Gewerkschaft ver.di die Chancen des Präventionsgesetzes im Hinblick auf BGM-Angebote. Im Mittelpunkt standen dabei folgende Fragen: Wie kann ein gutes BGM-Angebot aussehen und welche Anforderungen sollten dabei an die Qualität gestellt werden? Wie kann Qualitätsmessung ohne allzu große Bürokratie stattfinden? Und wie erhalten die Unternehmen Informationen zu guten BGM-Angeboten?

Betriebliche Gesundheitsförderung muss in Unternehmen Chefsache sein

Als Fazit formulierte die Arbeitsgruppe, dass das PrävG erst effektiv umgesetzt werden könne, wenn der Grundgedanke der Prävention tatsächlich bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern ankomme. Seitens der Gewerkschaften wurde dabei die Kritik laut, dass das Gesetz in diesem Punkt nicht verbindlich genug sei. Aus Gewerkschaftsperspektive hätte die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) noch stärker im PrävG verankert werden müssen. Allerdings vertraten einige Teilnehmer der Veranstaltung auch die Auffassung, dass das PrävG grundsätzlich nicht zu einem Mehrwert von BGF beitrage, da Verhaltensänderungen nicht beeinflusst werden könnten. Die Arbeitsgruppe kam zu dem Konsens, dass Betriebliche Gesundheitsförderung in den Unternehmen zur Chefsache erklärt werde müsse. Zudem wurde von allen Seiten die hohe Bedeutung der Zusammenarbeit der Akteure betont.

Das Ergebnispapier der Arbeitsgruppe Prävention und Betriebliches Gesundheitsmanagement aus dem Workshop „Qualitätssicherung für BGM-Angebote – Welche Chancen bietet das PrävG?“ vom 03.03.2015 steht Ihnen zum Download zur Verfügung.