Projektgruppe Ambulante Versorgungsunternehmen

Die ambulante Versorgung steht aktuell vor verschiedenen Herausforderungen. Dazu gehören u. a. die Sicherung der medizinischen und pflegerischen Versorgung in der Fläche, die veränderten Anforderungen junger Medizinerinnen und Mediziner an ihr Arbeitsumfeld und die ungleichen rechtlichen Rahmenbedingungen für verschiedene Formen der Leistungserbringung.

Die Projektgruppe Ambulante Versorgung identifiziert Lösungsansätze für diese Problematiken und setzt sich dafür ein, dass entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Der Fokus liegt dabei auf den Potenzialen ambulanter Versorgungsunternehmen wie z. B. Medizinischen Versorgungszentren, Arztnetzen, überörtlichen Gemeinschaftspraxen und fachrichtungsbezogenen Zentren.


Die Projektgruppe wird geleitet von:

Hahn-UrsulaDr. Ursula Hahn

Geschäftsführerin,
OcuNet Gruppe

Kloepfer-AlbrechtDr. Albrecht Kloepfer

Büro für gesundheitspolitische Kommunikation


Downloads:

Ergebnispapier 2014 (Kurzfassung)
Size : 61.1 kB Format : PDF

Ergebnispapier 2014 (Langfassung)
Size : 85 kB Format : PDF


Bericht zur Projektgruppe aus dem Geschäftsbericht 2015

Im Fokus der Projektgruppe Ambulante Versorgungsunternehmen stand 2015 weiterhin der direkte Dialog mit der Politik. In zwei Veranstaltungen mit Abgeordneten der SPD- und der CDU-Bundestagsfraktion konnten die Anliegen der Ambulanten Versorgungsunternehmen adressiert werden. Darüber hinaus initiierte die Projektgruppe eine BMC-Fachtagung zu den Auswirkungen des GKV-VSG auf ambulante Versorgungsstrukturen.

Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz, das Ende 2014 in der Kabinettfassung vorlag, sah einige positive Neuerungen für die ambulanten Versorgungsstrukturen vor. Dazu gehörte beispielsweise die Stärkung von MVZ, Praxisnetzen und weiteren ambulanten Versorgungsunternehmen sowie die verbesserten Konditionen für die Anstellung ambulant tätiger Ärzte.

Gleichwohl konstatierte die Projektgruppe weiteren Reformbedarf, den sie Form eines Eckpunktepapiers formuliert und in zwei Veranstaltungen mit SPD- und CDUBundestagsabgeordneten diskutiert hat. Die wesentlichen Inhalte sind im Folgenden zusammengefasst:

1. Interdisziplinäre Versorgung von MVZ und Berufsausübungsgemeinschaften finanziell abbilden

§ 87b Abs. 2 Satz 2 SGB V soll die angemessene Vergütung kooperativer Behandlung regeln. Doch interdisziplinäre Versorger werden durch das von der Selbstverwaltung entwickelte Konstrukt des Behandlungsfalls benachteiligt. Der von der Selbstverwaltung als Korrektiv eingeführte Kooperationszuschlag vermag die tatsächlichen finanziellen Nachteile nicht auszugleichen.

2. Betrieb von Filialen erleichtern

Das Ziel einer Verbesserung der flächendeckenden Versorgung durch „Filialen“ bzw. „Zweigpraxen“ mit angestellten Ärzten wurde aufgrund zu hoher administrativer Hürden nur unzureichend erreicht. Hier muss ein Bürokratieabbau erfolgen.

3. Weiterbildung in der ambulanten fachärztlichen Versorgung verbessern

Zwar wird im Rahmen des GKV-VSG die Weiterbildung von Allgemeinärzten in ambulanten Einrichtungen gefördert. Es fehlen aber klare Regeln für die ambulante fachärztliche Weiterbildung.

4. Belegärztliche Tätigkeit fördern

Die langjährig erprobte sektorenübergreifende Versorgungsebene „Belegarztwesen“ droht aus der Versorgungslandschaft zu verschwinden. Dies ist unter gesundheitsökonomischen und versorgungsrelevanten Gesichtspunkten nicht wünschenswert und sollte stärker in den Fokus der Politik rücken.

5. Leistungserbringerstatus für Ambulante Versorgungsunternehmen

Viele junge Medizinerinnen und Mediziner ziehen eine Anstellung einer Niederlassung vor. Um Nachwuchsärzte für die ambulante Versorgung zu gewinnen, braucht es daher entsprechende Arbeitsplätze, die gerade von ambulanten Versorgungsunternehmen bereitgestellt werden. Je nach Aufstellung – also ob Arztnetz, Medizinisches Versorgungszentrum oder Berufsausübungsgemeinschaft – sehen sich ambulante Versorgungsunternehmen unterschiedlichen Hindernissen bei der Gründung von Filialen bzw. bei der Anstellung von Ärzten gegenüber. Ein Ausweg wäre ein eigener Leistungserbringerstatus für Ambulante Versorgungsunternehmen.

In den Diskussionen zeigten sich die Abgeordneten vielfach offen für die von der Projektgruppe dargestellten Lösungsansätze und Forderungen. Es gilt hier, auch im kommenden Jahr den Dialog weiter zu vertiefen und zu verstetigen.

Als Jahresauftakt 2016 initiierte die Projektgruppe ein Hintergrundgespräch mit dem Verwaltungsdirektor der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Bernhard Rochell. Die Veranstaltung fand unter dem Titel „Wie stellen sich Vertragsärzte an der Sektorengrenze auf?“ am 29. Februar 2016 statt. Zudem wird auf Anregung der Projektgruppe am 28. April 2016 eine BMC-Fachtagung zum Thema „Kommunen als Gesundheitsversorger“ stattfinden.

Als Ergebnis ihrer konzentrierten Arbeit hat die Projektgruppe ein Ergebnispapier vorgelegt, das hier als Lang- und Kurzfassung zum Download zur Verfügung steht.

Mitarbeit der Projektgruppe auf Anfrage.