Projektgruppe BMC vor Ort Nord

Die Projektgruppe BMC vor Ort Nord bietet eine gesundheitspolitische Plattform in Hamburg. In Kooperation mit der Hamburger Fresenius Hochschule und dem Health Economics Network (HEcoNet) finden regelmäßig Vortragsveranstaltungen zu gesundheitsökonomischen Themen statt. Einen Arbeitsschwerpunkt der Projektgruppe bildet das international ausgerichtete Thema Emerging Health Systems.


Die Projektgruppe wird geleitet von:

Rolf Kaestner

PROJEKT PARTNER

Gerhard Kruse

Beratung und Dienstleistungen im Gesundheitswesen


Bericht zur Projektgruppe aus dem Geschäftsbericht 2015

Die Projektgruppe BMC vor Ort Nord realisierte im Jahr 2015 zwei Veranstaltungen in Hamburg, die sich mit den Vergütungsstrukturen in der Psychiatrie und den Gesundheitsfolgekosten der industriellen Landwirtschaft beschäftigten.

Auch im Jahr 2015 konnte die Projektgruppe „BMC vor Ort Nord“ anfangs noch die Zusammenarbeit im bewährten Team am Hamburger Standort fortsetzen. Im Verlauf des Jahres erhielt allerdings der Leiter des Studiengangs „Gesundheitsökonomie/Health Economics“ Prof. Dr. Hans-R. Hartweg einen Ruf an die FH Wiesbaden, sodass der ursprünglich geplante Umfang der regionalen Veranstaltungen leider nicht vollständig realisiert werden konnte. Die Zusammenarbeit mit dem von Absolventen der Gesundheitsökonomie gegründeten Verein Health-Economics-Network konnte jedoch aufrechterhalten werden. Somit waren zwei regionale Veranstaltungen möglich – wie bereits in den letzten Jahren ohne Inanspruchnahme von BMC-Finanzmitteln. Darüber hinaus wurde die Vernetzung des BMC in der regionalen Struktur erfolgreich weiter verstärkt.

Am 26. Mai hatte die Projektgruppe Gerald Oestreich, den Hauptgeschäftsführer der Alexianer GmbH, zu Gast in Hamburg. Unter dem Titel „PEPP ante portas“ wurde die bevorstehende Weiterentwicklung der Vergütungsstrukturen für Krankenhäuser mit Schwerpunkten in der Psychiatrie und Psychosomatik genauer betrachtet. Was sich für andere Krankenhäuser bereits zum Jahreswechsel 2003/2004 vollzog, betrifft nun auch die psychiatrischen/psychosomatischen Häuser. Mit der Umstellung auf das fallpauschalierte Entgeltsystem erfolgen auch hier Umbrüche, die noch bewältigt werden müssen. Dankenswerterweise stellte uns die Asklepios Medical School am Asklepios Klinikum St. Georg einen Veranstaltungsraum zur Verfügung.

Am 5. November fand die zweite Veranstaltung der norddeutschen Projektgruppe statt. Wie bereits im Vorjahr wurde wieder ein Blick über den deutschen Tellerrand hinaus geworfen: Unter dem Titel „Industrielle Landwirtschaft und Gesundheitsfolgekosten – nur ein Südamerikaproblem?“ setzten wir uns in Zusammenarbeit mit der Society for International Development (SID Chapter Hamburg) mit einem Thema auseinander, das nur scheinbar ein Randthema des deutschen Gesundheitswesens darstellt. Am Beispiel der Diskussion um die weitere Zulassung von Glyphosat, einer chemischen Verbindung, die seit Mitte der siebziger Jahre stark in der Landwirtschaft eingesetzt wird, zeigte sich, dass bei der Zuordnung von Krankheitsursachen und deren Folgekosten auch in Europa ein hoher Aufklärungs- und Gesprächsbedarf besteht. Die derzeitige Abgrenzung zwischen den von den Berufsgenossenschaften zu tragenden Behandlungskosten bei Berufskrankheiten und den durch die Solidargemeinschaft zu tragenden Behandlungskosten bei Erkrankungen, die nicht als Berufskrankheiten anerkannt sind, ist vielfach diskussionswürdig. Weiterführende Unterlagen zu diesem Thema können beim Leiter der Projektgruppe angefordert werden.

2015 wurde die Projektgruppe BMC vor Ort Nord erstmals sowohl vom Verband der Ersatzkassen e. V. (VdEK) als auch vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) institutionell wahrgenommen. Seitens des VdEK erfolgte im November eine Einladung zum 6. Hamburger Gesundheitstreff zum Thema „Innovationsfonds“. Das UKE lud zur Vorstellung des Projektstatus „Selbstmanagementförderung in der hausärztlichen Versorgung“ ein. Die Vernetzung wird im Jahr 2016 weiter fortgesetzt.