Die AG Managed Care in Europa

Leitung: Prof. Dr. Volker Amelung

Im Fokus der Arbeitsgruppe „Managed Care in Europa“ standen 2009 das Gesundheits-system Spaniens am Beispiel eines innovativen populationsorientierten Versorgungspro-jektes, die Rolle des National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) für das englische Gesundheitssystem sowie die Potentiale von Präferenzmessungen.

I. Versorgungsprojekt Denia
Ein Problem des spanischen Gesundheitswesens ist die Verwaltung und Organisation der gesetzlichen Krankenversicherung. Die DKV Segurus übernahm im Herbst 2008 auf 15 Jahre die öffentliche Versorgung der spanischen Region Denia, für 250.000 Einwohner und jährlich 350.000 Touristen. Durch die Organisation der gesamten medizinischen Versorgungskette aus einer Hand (Managed Care), verbesserte sich nicht nur die Qualität der Gesundheitsversorgung. Auch die Kosten ließen sich reduzieren. Die Strategie, Ver-sicherungsschutz, Gesundheitsservice und medizinische Versorgung aus einer Hand anzu-bieten, besitzt für die DKV durchaus Modellcharakter auch für andere Europäische Regionen.

II. Präferenzen im Gesundheitswesen
Die Orientierung der Gesundheitsversorgung an den Bedürfnissen der Patienten wird momentan durch unzureichende Berücksichtigung der Patientenpräferenzen erschwert. Vor dem Hintergrund zunehmenden Wettbewerbs und steigender Nachfrage nach Innovationen gewinnt das Messen unterschiedlicher Patientenpräferenzen (z.B. IV-Verträge, Wahltarife) an Bedeutung. Im Fokus steht nicht nur der monetäre Nutzen. Vorwiegend beweist sich der Wert einer Innovation an den positiven Wirkungen bei den Patienten, denn nur hier können Therapieeffekte eines medizintechnischen Produkts oder eines Arzneimittels beobachtet werden. Sogenannte Conjoint-Analysen oder Discrete Choice Experimenten können Rückschlüsse auf den individuellen Nutzen liefern.

III. National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE)
Das NICE in Großbritannien blickt auf 10-jährige Erfahrung zurück und hat daher durchaus Vorbildcharakter für das deutsche IQWIG. Neben der umfassenden Beurteilung der wissenschaftlichen Evidenz eines Verfahrens oder einer Maßnahme führt  das NICE immer auch eine ökonomische Analyse durch und legt Wert auf ein hohes Maß an Transparenz und die Beteiligung der jeweiligen Interessengruppen. Öffentlichkeit, Patientenvertreter und Fachgesellschaften sind an dem Bewertungsprozess beteiligt.

Auch wenn eine direkte Übertragung nicht möglich ist, kann Deutschland bei der Implementierung von Kosten-Nutzen-Bewertungen von den Erfahrungen des NICE profitieren. Allein das Herausgeben von Empfehlungen auf Basis von Kosten – Nutzen – Bewertungen führt noch nicht zu Kosteneinsparungen.  Vielmehr sind die Akteure früher in den Prozess einzubinden, die Methodik zu verbessern, Public Reporting anzuwenden sowie die Versorgungsqualität und Patientenpräferenzen stärker einzubeziehen.

Kosten–Nutzen–Bewertungen, die auf der Basis von Health Technology Assessments (HTA) durch unabhängige Institutionen wie das NICE oder IQWiG durchgeführt werden, leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Methoden und Akzeptanz Evidenz-basierter Medizin.

Die AG Managed Care will auch künftig die Entwicklungen anderer internationaler Gesund-heitssysteme näher betrachten und  den Austausch von Ideen und Konzepten zur Weiter-entwicklung von Gesundheitssystemen fördern.

BMC-Termine

 

Mai 2012


Mittwoch, den 23.05.2012
Hintergrundgespräch
Thema: "Ergebnisse der Studie zur Vernetzung im Gesundheitswesen ("Connect Health")

 

Mittwoch, den 30.05.2012
Hintergrundgespräch
Thema: „Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung nach § 116 b SGB V – Auswirkungen des Versorgungsstrukturgesetzes (VStG)“ mit Dr. jur. Rainer Hess (G-BA)


Juni 2012

Mittwoch, den 06.06.2012
AG Neue Versorgungsformen
Thema: "EPIVISTA-IV-Vertrag zur Epilepsiversorgung - erste Ergebnisse"

Donnerstag, den 21.06.2012
Hintergrundgespräch

Thema: "Faktencheck Gesundheit - Regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung"


Juli 2012

Dienstag,den 03.07.2012
4. Fachtagung des BMC-Regional NRW "Regionale Potenziale des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes"


Mittwoch, den 04.07.2012
BMC-Fachtagung in Berlin
"Strategien für schwer zu versorgende Regionen"


September 2012

Dienstag, den 11.09.2012
AG Neue Versorgungsformen
Thema: "Neue Versorgungsformen für ältere Generationen"


November 2012

Dienstag, den 20.11.2012
AG Neue Versorgungsformen
Thema: "Spezialfachärztliche Leistungen und neue Versorgungsstrukturen"