BMC-Kongress 2026 setzt Impulse für die Reformagenda

Mit dem Fokus auf „Lösungen, Strategien, Partnerschaften“ kamen am 27. und 28. Januar 2026 rund 750 Teilnehmende in Berlin zum 16. BMC-Kongress zusammen. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr Primärversorgung, Datennutzung, Sicherstellung, Nutzensteigerung sowie Prävention.

Der BMC-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Lutz Hager eröffnete den Kongress mit einem klaren Auftrag an die Politik: 2026 brauche es Klarheit über Ziele, Verantwortlichkeiten und eine Roadmap zu neuen Versorgungsstrukturen, mit dem Mut, sich konsequent an Evidenz zu orientieren. Zentrales Thema sei die Ausgestaltung eines regelhaften und digital erweiterten Primärversorgungssystems: „Wir haben die Chance, Versorgungsprozesse jetzt weiterzuentwickeln.“ Statt bundesweiter „Schablonen“ forderte er mehr Regionalisierung, Eigenverantwortung und weniger zu kurz gedachten Detailregelungen.

BMG-Staatssekretärin Katja Kohfeld bezeichnete 2026 als „Jahr der Entscheidungen“: Zugangswege sollen verbessert, Wartezeiten reduziert und das Leistungsversprechen des Solidarsystems erneuert werden. Zudem kündigte sie einen Entwurf für ein Gesundheitssicherstellungsgesetz an, um das System auf geopolitische Krisen vorzubereiten. DG Dr. Florika Fink-Hooijer von der European Commission hob dafür engere europäische Abstimmung hervor – von Lieferketten über gemeinsame Beschaffung bis zur strategischen Bevorratung.

Dass Transformation nur gemeinsam gelingt, unterstrich Vanessa Gstettenbauer von ProjectTogether. Sie zeigt auf, dass Zusammenarbeit die Gestaltungsaufgabe dieses Jahrhunderts sei.

Während des ersten Kongresstages betonte Anke Richter-Scheer von der KV WL: „Alles hängt am Vergütungssystem“, ohne Honorarreform werde Primärversorgung nicht funktionieren. Matthias Mohrmann von der AOK Rheinland/Hamburg kritisierte zudem Fehlanreize des EBM. Arztkontakte werden belohnt, der tatsächliche Aufwände aber nicht abgebildet. Ein tragfähiges Primärversorgungssystem brauche daher klar definierte Rollen und multiprofessionelle Teams.

Auch Daten und KI standen im Fokus. MdB Matthias Mieves verwies am zweiten Kongresstag darauf, dass viele Menschen KI bereits heute als erste Anlaufstelle nutzen. Dies jedoch häufig „intransparent und unzuverlässig“ sei. Nötig seien vertrauenswürdige, integrierte Kontaktpunkte.

Damit spannte das Programm einmal mehr den Bogen über die zentralen Themen der Transformation.

+++ SAVE THE DATE! +++
Der BMC-Kongress 2027 findet vom 13. – 15. Januar im bcc Berlin Congress Center statt.