Notfallreform schafft Grundlage für koordinierte Patientenversorgung

Der Bundesverband Managed Care (BMC) begrüßt den Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur Reform der Notfallversorgung. Der Entwurf schafft die Grundlage für eine koordinierte und digital vernetzte Steuerung dringlicher Anliegen, von der Ersteinschätzung bis zur Versorgung vor Ort. Ziel ist, die Bedarfsgenauigkeit im System zu verbessern und zugleich mehr Verlässlichkeit für die Menschen durch die Kooperation aller Beteiligten zu erreichen.

„Das Zusammenspiel von 112 und 116117 in einem Gesundheitsleitsystem, die digitale Ersteinschätzung auch von zuhause und die verbindliche Kooperation zwischen Krankenhäusern, Vertragsärzten und Rettungsdiensten zeigen, dass die Reform einen entscheidenden Fortschritt darstellt“, sagt Prof. Dr. Lutz Hager, Vorstandsvorsitzender des BMC. „Jetzt kommt es darauf an, dass die Beteiligten den Weg aktiv mitgehen und die neuen Strukturen umsetzen.“

Das vorgesehene Gesundheitsleitsystem schafft erstmals einen, regional gestaltbaren, Kooperationsrahmen zwischen Rettungsdiensten, Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenhäusern auf regionaler Ebene. Die Integrierten Notfallzentren (INZ) mit gemeinsamer Ersteinschätzung, digitaler Fallübergabe und verbesserten Schnittstellen zur ambulanten Versorgung sind zentrale Elemente, um Doppelstrukturen zu vermeiden und Ressourcen gezielter einzusetzen. Positiv bewertet der BMC auch die Verankerung der medizinischen Notfallrettung als eigenständige Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Kritisch sieht der BMC den hohen Detaillierungsgrad des Entwurfs. Zahlreiche und detaillierte Aufträge und Vorgaben im Gesetzestext können die Umsetzung verlangsamen. „Weniger Mikromanagement und mehr Ergebnisorientierung beschleunigen den Prozess“, so Hager. Wichtig ist nun, die neuen Steuerungsinstrumente konsequent digital zu vernetzen und auf die Primärversorgung auszuweiten. „Viele Elemente der Koordination, die in der Notfallreform angelegt sind, etwa die Ersteinschätzung, die dringliche Weitervermittlung und die Nutzung digitaler Kapazitätsabgleiche, sollten wir auch in der Primärversorgung verankern. Erst dann entsteht echte Entlastung für Praxen, Notaufnahmen und Rettungsdienste.“

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