Pressemitteilungen

Führungswechsel beim Bundesverband Managed Care

Patricia Ex übernimmt Geschäftsführung von Dr. Susanne Ozegowski

Berlin, 27. Juni 2017 – Patricia Ex wird zum 1. Oktober 2017 neue Geschäftsführerin des Bundesverbands Managed Care. Sie tritt damit die Nachfolge von Dr. Susanne Ozegowski an, die den BMC seit 2014 erfolgreich geleitet hat und sich ab August einer neuen beruflichen Herausforderung stellen wird.

Patricia Ex (29) ist seit vielen Jahren mit den Themen und Akteuren des Gesundheitswesens vertraut: Sie begann ihre berufliche Laufbahn als wissenschaftliche Mitarbeiterin der ehemaligen Bundesministerin Ulla Schmidt im Deutschen Bundestag. In ihrer Tätigkeit als Senior Consultant bei WMP HealthCare beriet sie über vier Jahre Unternehmen, Verbände und Krankenkassen zu Konzepten der integrierten Versorgung, zur Arzneimittelversorgung und zum Marktzugang von Medizinprodukten, und leitete das Hauptstadtbüro eines Facharztverbandes. Diese Themen vertiefte sie aus wissenschaftlicher Perspektive in ihrer Promotion an der TU Berlin, in der sie sich mit Finanzierungsmechanismen von Innovationen im Gesundheitswesen auseinandersetzte.

„Wir freuen uns sehr, mit Patricia Ex eine ausgewiesene gesundheitspolitische Expertin für den BMC zu gewinnen“, freut sich der BMC-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Volker Amelung. „Dank ihrer Erfahrung als Politikberaterin und ihrem umfassenden Netzwerk werden wir mit ihr den Weg der inhaltlichen Vertiefung, kommunikativen Präsenz und Professionalisierung des Verbands der vergangenen Jahre weiter fortsetzen können.“

(c)Raimar von Wienskowski

Patricia Ex
(Foto: Raimar von Wienskowski)

„Nach mehreren Jahren des Mitwirkens beim BMC-Kongress freue ich mich sehr, als Geschäftsführerin direkt mit Mitgliedern und Vorstand an den zentralen Aufgaben des Verbands arbeiten zu dürfen. Für eine zukunftsgerichtete Gesundheitsversorgung braucht es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Akteuren sowie neue Ansätze und Gestaltungswillen. Es wird eine spannende Herausforderung, durch innovative Formate im BMC die konstruktive Diskussion und die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems voranzutreiben“, bestätigt Patricia Ex.

Dr. Susanne Ozegowski (33), die seit Februar 2014 die Geschäftsführung des BMC e.V. innehatte, wird  ab 1. August 2017 in die Zentrale der Techniker Krankenkasse wechseln. Sie wird dort das Themengebiet innovative Versorgungsverträge als Leiterin der Organisationseinheit für Einzelverträge verantworten. Außerdem wird sie zentrale Ansprechpartnerin für die Vernetzung des TK-Projektes elektronische Gesundheitsakte mit potenziellen Partnern.

„Ich bedauere es sehr, Frau Dr. Ozegowski gehen zu lassen“, sagte Amelung. „Ihr ist es zu verdanken, dass der BMC weiter an inhaltlichem Profil, an neuen Mitgliedern und Sichtbarkeit in der Gesundheitspolitik gewonnen hat.“ Mit ihrem Wechsel in eine BMC-Mitgliedsorganisation und der dortigen Zuständigkeit für BMC-nahe Themen sei er jedoch zuversichtlich, dass sie dem BMC auch zukünftig eng verbunden bleiben wird.

PM Führungswechsel beim BMC
Size : 646 kB Format : PDF

Foto Patricia Ex,
(C) Raimar von Wienskowski

Size : 2 MB Format : JPG

Foto Susanne Ozegowski
Size : 1,3 MB Format : JPG

„Aus der Krankenversorgung eine echte Gesundheitsversorgung machen“

BMC-Pressemitteilung vom 31.05.2017

Minister Manne Lucha als Gast beim Hintergrundgespräch des Bundesverbands Managed Care

Stuttgart, 31. Mai 2017 – Kommunen und Städte bei der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung mehr in die Verantwortung nehmen – das ist der Ansatz des baden-württembergischen Gesundheitsministers Manne Lucha. Gemeinsam mit rund 100 Vertretern aus dem Gesundheitswesen diskutierte Lucha am Dienstag in der BARMER Landesvertretung in Stuttgart auf Einladung des Bundesverbands Managed Care darüber, wie Kommunen die Gesundheitsversorgung gestalten können.

Schon jetzt leisten Kommunen und Landkreise in der Gesundheitsversorgung wichtige Beiträge. Beispiele dafür finden sich in der Bereitstellung von Infrastruktur, der Versorgung durch örtliche Krankenhäuser oder dem öffentlichen Gesundheitsdienst. Um künftig eine bedarfsgerechte und regional verankerte Versorgung sicherzustellen, sollten Kommunen die Möglichkeit erhalten, mithilfe eines Initiativrechtes zur Gründung von Gesundheitsversorgungsregionen das „Versorgungs-Zepter“ selbst in die Hand zu nehmen. „Mit der Stärkung der Kommunen als Versorgungsgestalter erhoffen wir uns, den Weg zu einer bedarfsgerechten Versorgung zu ebnen, die sich vom althergebrachten Silodenken verabschiedet. Nur mit innovativen Konzepten und der Einbindung aller an der Versorgung beteiligten Player, können die Herausforderungen der Zukunft im Sinne der Patienten angegangen werden. Aus der Krankenversorgung muss eine echte Gesundheitsversorgung werden.“, so Professor Dr. Volker Amelung, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Managed Care.

Damit aus Worten Taten werden, gibt es in Baden-Württemberg seit 2011 „Kommunale Gesundheitskonferenzen“. Für deren Planung und Ausrichtung stellt das Land den Stadt- und Landkreisen seit diesem Jahr zwei Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Ziel der Konferenzen ist es, die Patienten schon frühzeitig in die Gesundheitsversorgung einzubinden und sie in Kontakt mit regionalen Vertretern des Gesundheitswesens zu bringen. Die Kommunen sollen daraus den Versorgungsbedarf analysieren, regionale Ziele stecken und Strategien zur Zielerreichung entwickeln.

„Für die Gesundheitsversorgung von morgen ist eine gute Vernetzung und Koordination aller beteiligten Akteure unerlässlich. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Grundversorgung zu sichern und eine flächendeckende ambulante Versorgung insbesondere auch im ländlichen Raum sicherzustellen. Wir setzen als Land bereits wichtige Impulse für eine sektorenübergreifende Versorgung, die sich an den Patientinnen und Patienten orientiert und die kommunal und regional mitgestaltet wird. Dafür brauchen wir auch auf Bundesebene gute Rahmenbedingungen“, so Minister Lucha.

Eine bessere Zusammenarbeit von Kliniken und niedergelassenen Ärzten fordert BARMER Landesgeschäftsführer Winfried Plötze. Im eigenen Interesse sollten die Kommunen ihren Einfluss geltend machen und beide Sektoren zu Kooperationen auffordern. Zudem rät er Städten und Gemeinden, sich jetzt mit demografischem Wandel und Pflegebedürftigkeit auseinanderzusetzen. “Laut unseren Hochrechnungen wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg bis 2030 um etwa 31 Prozent steigen. Die Kommunen müssen jetzt darauf reagieren und den Lebensraum so gestalten, dass die Älteren so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und das Leben dort mitgestalten können. Und es muss Konzepte für die Versorgung von Pflegebedürftigen geben, vor allem mit Blick auf die Tatsache, dass die Pflege durch Angehörige immer seltener gewährleistet werden kann.“ Plötze schlägt Land und Kommunen einen Austausch mit den Pflegekassen vor, um den Bedarf vor Ort regelmäßig ermitteln und passgenaue Angebote erarbeiten zu können. In diesem Zusammenhang lobt Plötze die Strategie „Quartier 2020“ der baden-württembergischen Regierung zur Quartiersentwicklung.

BMC-Pressemitteilung vom 31.05.2017_Aus der Krankenversorgung eine echte Gesundheitsversorgung machen
Size : 675.6 kB Format : PDF

„Mannschaftsleistung Gesundheit“ – Gröhe eröffnet BMC-Kongress!

Berlin, 26. Jan 2017 – Gesundheitsinformationen verständlich aufbereiten, Fehlanreize im Gesundheitswesen abbauen und Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe stärken – in diesen Forderungen sind sich Gesundheitsminister Hermann Gröhe, Arzt und Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN Dr. Eckart von Hirschhausen und Prof. Dr. Volker Amelung, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Managed Care e.V. (BMC), im Eröffnungsplenum des diesjährigen BMC-Jahreskongresses einig.

„Üb025.-wp-BMC.17-1er 54 % der Deutschen sind nicht in der Lage, Informationen der Ärzte und Apotheker zu verstehen“, betont Hermann Gröhe gleich zu Beginn seiner Eröffnungsrede und fordert daher, dass auch Fähigkeiten jenseits des konkreten medizinischen Fachwissens in den Gesundheitsberufen eine Rolle spielen müssen, wie z.B. mehr Verständlichkeit im Arzt-Patienten-Gespräch. Spezialisierung dürfe nicht dazu führen, dass der Patient im Behandlungsverlauf aus den Augen verloren werde, denn medizinische Behandlung sei immer „Mannschaftsleistung statt Einzelleistung“. Um die Vernetzung zwischen den verschiedenen Versorgungsbereichen zu fördern, seien neue Gesetze auf den Weg gebracht worden. Zudem werden über den Innovationsfonds zukunftsweisende Projekte gefördert, mit denen sektorübergreifende Versorgungformen zur Verbesserung der Patientenversorgung erprobt werden.

Von Hirschhausen und Amelung genügt dies noch nicht. „Making the healthier choice the easier choice“ – dies sollte Ziel im deutschen Gesundheitswesen sein, so Hirschhausen. Managed Care klingt gut, aber was bedeutet das eigentlich? „Wir müssen anfangen, uns auch unbequeme Fragen zu stellen: Wer managed Wissen? Wer managed Vertrauen? Wer managed Motivation?“ Geringe Gesundheitskompetenz gehe auch immer einher mit geringerer Lebenserwartung und diejenigen, die Information und Vorsorge am wenigsten in Anspruch nähmen, benötigten solche am dringendsten. Aber gerade das Vertrauen in die Arzt-Patienten-Beziehung sei vielfach durch wirtschaftliche Interessen der Leistungserbringer gestört. „Zwei Grundsätze der Medizin-Ethik werden durch die Vergütungssysteme mit Füßen getreten: Erstens sollen wir Ärzte mehr nutzen als schaden und zweitens ist das System kein Selbstbedienungsladen, sondern das Wohl des Kranken ist seit der Antike das höchste Gesetz“, so von Hirschhausen. „Die Kunst der Medizin ist, soviel NICHT zu tun, wie möglich“.

Genau für dieses Ziel setzt sich der BMC entschieden ein: Bereits in seinen jüngst veröffentlichten gesundheitspolitischen Impulsen zur Bundestagswahl 2017 hat der Gesundheitsverband detaillierte Forderungen aufgestellt. Amelung fasst diese zusammen: „Fehlanreize abbauen, Transparenz und Verfügungsgewalt über Daten in Patientenhand legen, gemeinsame Ausbildungsmodelle schaffen, die Krankenkassen zur Transparenz über ihre Ergebnisse verpflichten und einen Fast-Track-Zugang für digitale Innovationen schaffen“.

Schließlich sind sich Gröhe, von Hirschhausen und Amelung einig: „Wir haben einiges im Gesundheitswesen erreicht, aber es gibt noch viel zu tun“. Und genau deshalb bietet der BMC in diesen zwei Tagen wieder Diskussionsplattform, Denkanstoß und Netzwerk gleichermaßen und stellt dabei wieder einmal – ganz im Sinne von v. Hirschhausen – fest: „Die unbequemen Fragen sind die spannendsten!“

Alle Informationen finden Sie auf unserer Kongress-Website unter www.bmckongress.de.

BMC-Kongress 2017 Datum/Zeit: 24.01.2017 9.30 Uhr – 25.01.2017 17.00 Uhr Ort: Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstr. 58/59, 10117 Berlin www.bmckongress.de

„Abschaffung der Quartalsdenke“ – Der BMC stellt sein Impulspapier für die Bundestagswahl 2017 vor

Berlin, 21. November 2016 – Die bestehenden Vergütungssysteme brauchen einen Neuanfang, der das tradierte System des Quartalsbezugs aufhebt – so lautet eine der Kernaussagen des sechs Punkte umfassenden Impulspapiers, mit dem der Bundesverband Managed Care e. V. (BMC) seine Impulse an die Politik zur Bundestagswahl 2017 darlegt.

In integrierten Vergütungssystemen sollen verschiedene Vergütungsmodelle kombiniert werden. Dafür sei die bisherige Quartalsdenke aufzubrechen und durch eine quartalsunabhängige Kombination von stark pauschalisierten, populationsbezogenen Elementen bis hin zu besonders förderwürdigen Einzelleistungen zu ersetzen, so der BMC.

Auch sei erforderlich, Silostrukturen abzubauen und wichtige Einflussfaktoren wie Vergütung, Bedarfsplanung, Regulierung, Sicherstellung und Qualitätssicherung sektorenübergreifend zu vernetzen. Konkret bedeute dies etwa die Schaffung sektorenübergreifender Kapazitätsplanung sowie sektorenübergreifender Qualitätssicherung.

Dringend erforderlich sei es, so der BMC, die Kommunikation und sinnvolle Arbeitsteilung innerhalb der verschiedenen Heilberufe zu verbessern. Dafür sei ein interprofessioneller Gesundheitscampus einzurichten. Denn nur durch gemeinsames Lernen aller Heilberufe könne gegenseitiges Verständnis innerhalb der Sektoren verbessert und damit interprofessionelle Zusammenarbeit gefördert werden.

Positiv bewertet der BMC die bisherige Dynamik des Innovationsfonds, die es durch verschiedene Maßnahmen weiterzuentwickeln gelte; hier fordert der Gesundheitsverband z. B.: „Um Fehlanreize bei der Auswahl der Projekte zu vermeiden, dürfen die Akteure des Systems nicht selbst die Entscheidungsträger sein.“

Schließlich drängt das BMC-Impulspapier auf beschleunigte Zugangswege für digitale Innovationen, d. h. Fast-Track-Zugänge für innovative digitale Anwendungen, Apps und Wearables in die Erstattungsfähigkeit durch die GKV. Notwendig sei zudem die schnellstmögliche Einführung einer nationalen elektronischen Patientenakte sowie die Förderung digitaler Technologien in der Patientenversorgung.

Trotz der zahlreichen Herausforderungen, die aus Sicht des BMC noch zu bewältigen sind, ist das Fazit des Impulspapiers positiv: „Die Voraussetzungen, um diese Herausforderungen anzugehen, sind heute so gut wie nie zuvor.

Wir haben exzellent ausgebildete Mediziner, Pflegekräfte und andere Gesundheitsfachkräfte, wir haben ausreichend Geld im System und digitale Technologien bieten ganz neue Chancen, Patienten-Empowerment in die Realität umzusetzen.“ Packen wir es also an!

Das vollständige Impulspapier finden Sie unter http://www.bmcev.de/themen/bt-wahl/.

BMC-Pressemitteilung vom 21.11.2016: „Abschaffung der Quartalsdenke“ – Der BMC stellt sein Impulspapier für die Bundestagswahl 2017 vor
Size : 535.5 kB Format : PDF