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„Mannschaftsleistung Gesundheit“ – Gröhe eröffnet BMC-Kongress!

Berlin, 26. Jan 2017 – Gesundheitsinformationen verständlich aufbereiten, Fehlanreize im Gesundheitswesen abbauen und Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe stärken – in diesen Forderungen sind sich Gesundheitsminister Hermann Gröhe, Arzt und Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN Dr. Eckart von Hirschhausen und Prof. Dr. Volker Amelung, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Managed Care e.V. (BMC), im Eröffnungsplenum des diesjährigen BMC-Jahreskongresses einig.

„Üb025.-wp-BMC.17-1er 54 % der Deutschen sind nicht in der Lage, Informationen der Ärzte und Apotheker zu verstehen“, betont Hermann Gröhe gleich zu Beginn seiner Eröffnungsrede und fordert daher, dass auch Fähigkeiten jenseits des konkreten medizinischen Fachwissens in den Gesundheitsberufen eine Rolle spielen müssen, wie z.B. mehr Verständlichkeit im Arzt-Patienten-Gespräch. Spezialisierung dürfe nicht dazu führen, dass der Patient im Behandlungsverlauf aus den Augen verloren werde, denn medizinische Behandlung sei immer „Mannschaftsleistung statt Einzelleistung“. Um die Vernetzung zwischen den verschiedenen Versorgungsbereichen zu fördern, seien neue Gesetze auf den Weg gebracht worden. Zudem werden über den Innovationsfonds zukunftsweisende Projekte gefördert, mit denen sektorübergreifende Versorgungformen zur Verbesserung der Patientenversorgung erprobt werden.

Von Hirschhausen und Amelung genügt dies noch nicht. „Making the healthier choice the easier choice“ – dies sollte Ziel im deutschen Gesundheitswesen sein, so Hirschhausen. Managed Care klingt gut, aber was bedeutet das eigentlich? „Wir müssen anfangen, uns auch unbequeme Fragen zu stellen: Wer managed Wissen? Wer managed Vertrauen? Wer managed Motivation?“ Geringe Gesundheitskompetenz gehe auch immer einher mit geringerer Lebenserwartung und diejenigen, die Information und Vorsorge am wenigsten in Anspruch nähmen, benötigten solche am dringendsten. Aber gerade das Vertrauen in die Arzt-Patienten-Beziehung sei vielfach durch wirtschaftliche Interessen der Leistungserbringer gestört. „Zwei Grundsätze der Medizin-Ethik werden durch die Vergütungssysteme mit Füßen getreten: Erstens sollen wir Ärzte mehr nutzen als schaden und zweitens ist das System kein Selbstbedienungsladen, sondern das Wohl des Kranken ist seit der Antike das höchste Gesetz“, so von Hirschhausen. „Die Kunst der Medizin ist, soviel NICHT zu tun, wie möglich“.

Genau für dieses Ziel setzt sich der BMC entschieden ein: Bereits in seinen jüngst veröffentlichten gesundheitspolitischen Impulsen zur Bundestagswahl 2017 hat der Gesundheitsverband detaillierte Forderungen aufgestellt. Amelung fasst diese zusammen: „Fehlanreize abbauen, Transparenz und Verfügungsgewalt über Daten in Patientenhand legen, gemeinsame Ausbildungsmodelle schaffen, die Krankenkassen zur Transparenz über ihre Ergebnisse verpflichten und einen Fast-Track-Zugang für digitale Innovationen schaffen“.

Schließlich sind sich Gröhe, von Hirschhausen und Amelung einig: „Wir haben einiges im Gesundheitswesen erreicht, aber es gibt noch viel zu tun“. Und genau deshalb bietet der BMC in diesen zwei Tagen wieder Diskussionsplattform, Denkanstoß und Netzwerk gleichermaßen und stellt dabei wieder einmal – ganz im Sinne von v. Hirschhausen – fest: „Die unbequemen Fragen sind die spannendsten!“

Alle Informationen finden Sie auf unserer Kongress-Website unter www.bmckongress.de.

BMC-Kongress 2017 Datum/Zeit: 24.01.2017 9.30 Uhr – 25.01.2017 17.00 Uhr Ort: Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstr. 58/59, 10117 Berlin www.bmckongress.de

„Abschaffung der Quartalsdenke“ – Der BMC stellt sein Impulspapier für die Bundestagswahl 2017 vor

Berlin, 21. November 2016 – Die bestehenden Vergütungssysteme brauchen einen Neuanfang, der das tradierte System des Quartalsbezugs aufhebt – so lautet eine der Kernaussagen des sechs Punkte umfassenden Impulspapiers, mit dem der Bundesverband Managed Care e. V. (BMC) seine Impulse an die Politik zur Bundestagswahl 2017 darlegt.

In integrierten Vergütungssystemen sollen verschiedene Vergütungsmodelle kombiniert werden. Dafür sei die bisherige Quartalsdenke aufzubrechen und durch eine quartalsunabhängige Kombination von stark pauschalisierten, populationsbezogenen Elementen bis hin zu besonders förderwürdigen Einzelleistungen zu ersetzen, so der BMC.

Auch sei erforderlich, Silostrukturen abzubauen und wichtige Einflussfaktoren wie Vergütung, Bedarfsplanung, Regulierung, Sicherstellung und Qualitätssicherung sektorenübergreifend zu vernetzen. Konkret bedeute dies etwa die Schaffung sektorenübergreifender Kapazitätsplanung sowie sektorenübergreifender Qualitätssicherung.

Dringend erforderlich sei es, so der BMC, die Kommunikation und sinnvolle Arbeitsteilung innerhalb der verschiedenen Heilberufe zu verbessern. Dafür sei ein interprofessioneller Gesundheitscampus einzurichten. Denn nur durch gemeinsames Lernen aller Heilberufe könne gegenseitiges Verständnis innerhalb der Sektoren verbessert und damit interprofessionelle Zusammenarbeit gefördert werden.

Positiv bewertet der BMC die bisherige Dynamik des Innovationsfonds, die es durch verschiedene Maßnahmen weiterzuentwickeln gelte; hier fordert der Gesundheitsverband z. B.: „Um Fehlanreize bei der Auswahl der Projekte zu vermeiden, dürfen die Akteure des Systems nicht selbst die Entscheidungsträger sein.“

Schließlich drängt das BMC-Impulspapier auf beschleunigte Zugangswege für digitale Innovationen, d. h. Fast-Track-Zugänge für innovative digitale Anwendungen, Apps und Wearables in die Erstattungsfähigkeit durch die GKV. Notwendig sei zudem die schnellstmögliche Einführung einer nationalen elektronischen Patientenakte sowie die Förderung digitaler Technologien in der Patientenversorgung.

Trotz der zahlreichen Herausforderungen, die aus Sicht des BMC noch zu bewältigen sind, ist das Fazit des Impulspapiers positiv: „Die Voraussetzungen, um diese Herausforderungen anzugehen, sind heute so gut wie nie zuvor.

Wir haben exzellent ausgebildete Mediziner, Pflegekräfte und andere Gesundheitsfachkräfte, wir haben ausreichend Geld im System und digitale Technologien bieten ganz neue Chancen, Patienten-Empowerment in die Realität umzusetzen.“ Packen wir es also an!

Das vollständige Impulspapier finden Sie unter http://www.bmcev.de/themen/bt-wahl/.

BMC-Pressemitteilung vom 21.11.2016: „Abschaffung der Quartalsdenke“ – Der BMC stellt sein Impulspapier für die Bundestagswahl 2017 vor
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