Projektgruppe Patienten-Empowerment

Der Patient ist die größte „ungenutzte Ressource“ im Gesundheitssystem. Das Patienten-Empowerment zielt daher darauf ab, die Stellung des Patienten durch Information, Mitwirkung und Mitentscheidung zu verbessern und ihm die aktive Schlüsselrolle in der Versorgung zu geben.

Doch welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um den Patienten zu befähigen, in seiner Versorgung mitwirken zu können? Welche Instrumente zur Stärkung des Patienten sind bereits vorhanden; wo bestehen Lücken?

Mit diesen Fragen setzen wir uns im Rahmen der Projektgruppe „Patienten-Empowerment“ auseinander. Die neue Projektgruppe Patienten-Empowerment greift die Ergebnisse der damaligen Projektgruppe „Patientencoaching“ auf und setzt den Fokus stärker als bisher auf den „Patienten“. Die erarbeiteten Verbesserungsvorschläge sollen letztlich auf Verbandsebene und mit Vertretern der Politik weiter erörtert werden.


 Die Projektgruppe wird geleitet von:

Foto_Cornelia Kittlick_aCornelia Kittlick

Projektleiterin Strategische Projekte
und Referentin der Geschäftsleitung, AnyCare GmbH

Dr. h.c. Helmut Hildebrandt

Vorstand OptiMedis AG, Geschäftsführer Gesundes Kinzigtal GmbH


Die Auftaktsitzung der Projektgruppe fand am 12.07.2016 in Berlin statt. Während der Sitzung am 13.10.2016 erfolgte mithilfe von Patiententypen eine Konsensbildung zur Definition von Patienten-Empowerment. Die Patientenbilder sollen als Referenzpunkte für die kommenden Konzepte dienen und individuelle Bedürfnisse und Anforderungen von Patienten an das Gesundheitssystem veranschaulichen.

Die nächste Projektgruppensitzung findet am 22. Februar 2017 in Stuttgart statt. Die Anmeldung ist über anmeldung@bmcev.de möglich. Die Teilnahme ist BMC-Mitgliedsunternehmen vorbehalten.

 

Weiterführende Links zum Thema:

Strategie des österreichischen Gesundheitsministeriums zur Verbesserung der Gesprächsqualität in der Krankenversorgung:
http://www.bmgf.gv.at/home/Gesundheit/Gesundheitsreform/Verbesserung_der_Gespraechsqualitaet_in_der_Krankenversorgung

Patient-Empowerment-Charta des European Patients Forum:
http://www.eu-patient.eu/campaign/PatientsprescribE/charter-on-patient-empowerment/


Bericht zur Auftaktsitzung

Insgesamt rund 50 Teilnehmer haben an der Veranstaltung teilgenommen. Bisher haben mehr als 30 Teilnehmer ihre aktive Teilnahme an der Projektgruppe bestätigt – darunter Patientenvertreter, Vertreter aus Wissenschaft, gesetzlichen und privaten Krankenversicherungsunternehmen, der Pharmaindustrie, von IT-Dienstleistern, Bratungsunternehmen und Anbietern des Patienten-Coachings.

Ziel der Auftaktsitzung war es, konkrete Fragestellungen und Themen mithilfe der eingeladenen Referenten zu sammeln, ein erstes Arbeitsprogramm aufzustellen und so den Grundstein für die weitere Arbeit der Projektgruppe zu legen. So beleuchteten die Referenten die Herausforderungen und Perspektiven der involvierten Player auf das Thema „Patienten-Empowerment“.

Ursula Faubel, Geschäftsführerin des Deutschen Rheuma-Liga Bundesverbands, befasste sich mit dem Thema, wie das Gesundheitswesen dem Patienten als Individuum gerecht werden kann. Prof. Dr. Dr. Martin Härter, Direktor des Instituts und Poliklinik für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und Mitglied des BMC-Beirats, reflektierte aus Sicht der Wissenschaft die Chancen und Grenzen von Patienten-Empowerment und Dr. Andreas Meusch, Direktor des Wissenschaftlichen Instituts für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) der Techniker Krankenkasse, zeigte auf, welchen Einfluss ein „empowerter Patient“ auf die Finanzierung von Gesundheitsleistungen nimmt.

In der anschließenden Diskussion stand die Frage im Mittelpunkt, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um den Patienten zu befähigen, in seiner Versorgung mitwirken zu können, welche Instrumente zur Stärkung des Patienten bereits vorhanden sind und wo mögliche Lücken bestehen.

Die Projektgruppenarbeit wird sich in den kommenden Sitzungen darauf konzentrieren, eine einheitliche Definition des „Patienten-Empowerment“ unter Berücksichtigung der jeweiligen Sichtweisen von Betroffenen bis hin zu Wissenschaft und Marktteilnehmern zu formulieren, eine Rollenklärung– auch unter Berücksichtigung der systemischen Anforderungen – herbeizuführen, Mindeststandards an das Patienten-Empowerment zu definieren sowie ein Positionspapier mit Lösungsvorschlägen als Grundlage für Gespräche mit der Politik zu entwerfen.