Rund 170 Gäste folgten der Einladung des BMC zu den Jubliäumsfeierlichkeiten

„Eine lesson learned aus 20 Jahren BMC lautet: Gute Ideen und Ansätze setzen sich im Gesundheitswesen nicht von allein durch.“ Dieses Fazit zog Prof. Dr. Volker Amelung in seiner Begrüßungsrede im Rahmen der Feierlichkeiten zum zwanzigjährigen Jubiläum des Bundesverbands Managed Care am 18.10.2017 in der Akademie der Künste. Bei schönstem Herbstwetter waren rund 170 geladene Gäste der Einladung des BMC an den Pariser Platz gefolgt. Um das besondere Datum gebührend zu feiern, trafen sich die Gäste zunächst zu einem Jubiläumssymposium. Daran schloss sich der traditionelle Jahresempfang an.

Eingangs blickte Prof. Dr. Andréa Belliger, Leiterin des Instituts für Kommunikation & Führung (IKF), in ihrem Impulsvortrag auf die Anfänge der digitalisierten Welt vor 20 Jahren zurück: Es war 1997 als Amazon den ersten Internetbuchhandel eröffnete und PizzaHut die erste online bestellte Ware auslieferte. Die Digitalisierung vieler Handlungsabläufe führte damals zwangsläufig zu einem kulturellen Wandel vieler, jedoch nicht aller Lebensbereiche. Insbesondere im Gesundheitswesen gebe es, so Belliger, auch zwei Dekaden später weiterhin keine digitale Transformation hin zu vernetzten Kommunikationssystemen.

Eine von Andreas Mihm, Wirtschaftskorrespondent der FAZ, moderierte interaktive Austauschplattform knüpfte an die zuvor vorgestellten Impulse an; die Gäste tauschten sich in sechs Kleingruppen über Potenziale und Barrieren von Managed Care-Instrumenten aus. An den einzelnen Thementischen wurde u.a. über sinnvolle Patientensteuerung durch Disease Management und Coaching, qualitätsorientierte Vergütung durch P4P und Capitation oder auch über den Wert und Nutzen für Patienten durch Outcomes-basierte Steuerung diskutiert. Die Ergebnisse der Themengruppe boten den Podiumsreferenten im Anschluss ausreichend Gesprächsstoff. Mihm diskutierte mit Prof. Dr. Andréa Belliger, Prof. Dr. Marie-Luise Dierks, Leiterin des Forschungsschwerpunktes Patientenorientierung und Gesundheitsbildung der Medizinischen Hochschule Hannover, Prof. Dr. Dr. Alexander P. F. Ehlers, Fachanwalt für Medizinrecht sowie Prof. Dr. Volker Amelung über den Wandel der Berufsfelder im Zuge der Digitalisierung. Einigkeit bestand zunächst darin, dass neue digitale Technologien den Leistungserbringer so entlasten können, dass mehr Zeit für den Patientenkontakt verbliebe. Der von Belliger eingangs beispielhaft erwähnte Beruf des Chief Listening Officers (CLO), der sich allein damit befasst, die Anliegen seiner Mitarbeiter zu verstehen, verdeutliche die mit der Digitalisierung einhergehende Veränderung von Berufsfeldern. Dessen Sinnhaftigkeit wurde kontrovers diskutiert. Viele digitale Technologien sind fähig, Massen an Informationen aufzunehmen und zu bündeln, für deren Verständnis braucht es aber weiterhin den Menschen. Amelung betonte zum Abschluss der Diskussionsrunde: „Ohne einen unmittelbar erkenntlichen Nutzen einer Technologie kommt sie aber auch nicht zum Einsatz.“ Der Wettbewerb auf dem Gesundheitsmarkt, wofür der BMC stehe, führe zur bestmöglichen Qualität von neuen Technologien.

Einen gelungenen Abschluss der Feierlichkeiten des 20-jährigen BMC-Jubiläums bildete der sich anschließende Jahresempfang auf der Terrasse über dem Pariser Platz. Die Gäste nutzten beim Blick auf den Sonnenuntergang über Berlin die Gelegenheit für individuelle Ausblicke, Zukunftsideen und inspirierende Gespräche.

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